Kata

Kata sind normierte Bewegungsabläufe, deren Üben hilft, die theoretischen Grundlagen des Judo oder Jiu-Jitsu zu verstehen. Daher ist Kata ein wesentlicher Bestandteil jeder Dan-Prüfung.

„Kata heißt, durch eine im Voraus festgelegte Art und Weise Methoden des Kampfes zu studieren.“ (Jigoro Kano)

Kata lehrt sowohl das technische Prinzip des Judo (bestmöglicher Einsatz von Geist und Körper) als auch andere Prinzipien wie z.B.:

  • das Prinzip der natürlichen Stellung
  • das Prinzip der richtigen Haltung
  • das Prinzip des Nachgebens
  • das Prinzip des richtigen Handlungsabstands
  • das Prinzip der Entfaltung von Synergien zwischen Tori und Uke
  • das Prinzip des Impulses, Schwunges
  • das Prinzip der Kraft, Stärke

Kata zielt durch bewusste Vereinfachung u. a. darauf ab,

  • Freies Üben und Wettkampf zu ergänzen
  • koordinative Fähigkeiten und nicht nur sporttechnische Fertigkeiten zu schulen (zielorientierte Gesamtkörperbewegung)
  • die Orientierungs-, Reaktions- und Rhythmusfähigkeit (z. B. den Atemrhythmus) zu stärken,
  • die Gleichgewichtsfähigkeit zu fördern
  • Theorie und Praxis zu verbinden (Kata als Grammatik des Judo, Randori als Aufsatz)
  • ein Sinnbild des technischen und geistigen Weges (Do) zu sein

Die Etikette in Kata stellt keine übertriebenen oder leeren Förmlichkeiten dar, sondern bereitet die richtige innere Einstellung vor. Erst Höflichkeit, Gelassenheit und ruhige Ausgeglichenheit erlauben die wichtige Harmonie und Feinheit in den technischen Details.

Im Kodokan, dem 1882 von Jigoro Kano (Begründer des modernen Judo, 1860-1938) gegründeten Institut in Tokio, werden hauptsächlich folgende Kata gelehrt, die man auch in Dan-Prüfungen wiederfindet:

  1. Nage-no-Kata: Formen des Werfens
  2. Katame-no-Kata: Formen des Festlegens
  3. Kodokan Goshin-Jutsu: Kodokan-Selbstverteidigung
  4. Ju-no-Kata: Formen des Nachgebens
  5. Kime-no-Kata: Formen der Entscheidung
  6. Koshiki-no-Kata: Formen der alten Art
  7. Itsutsu-no-Kata: Fünf Formen
  8. Seiryoku zen’yo kokumin Taiiku: Formen der Nationalen Leibeserziehungen nach dem Prinzip der effektivsten Nutzung der Energie

Die von Kyuzo Mifune (10. Dan, 1883-1965) entwickelte Nage-Waza-Ura-no-Kata ist eine Gegenwurf-Kata.

Quelle:
Deutscher Judo-Bund (Hrsg.): Begleitheft zum Dan-Prüfungsprogramm. Ein Nachschlagewerk zu verschiedenen Themen der Dan-Prüfungsordnung im Deutschen Judo Bund e.V. (Stand 02.07.2015, S. 102-103).

 
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